Wie stehen die Naturschutzverbände zum Projekt „Stadteingang West“?
Der Wettbewerbliche Dialog zum „Stadteingang West“ in Berlin (Bereich um ICC, Messe, Westkreuz) zielt auf die Entwicklung eines neuen urbanen Quartiers ab, steht jedoch im Spannungsfeld zwischen intensiver Flächennutzung und Naturschutzbelangen.
Mein Standpunkt: Joachim Neu
Hier sind die wesentlichen Aspekte zum Thema Naturschutz und Stellungnahmen:
- Projektumfang & Naturschutz: Das 152 Hektar große Areal beinhaltet wichtige Grünverbindungen und Biotope, insbesondere um das Westkreuz, die als wertvolle „ungeplante Landschaften“ oder Naturräume betrachtet werden.
- Beteiligung der Naturschutzverbände: Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN) ist in den Prozess eingebunden, etwa durch öffentliche Auslegungen und die Teilnahme am wettbewerblichen Dialog, um ökologische Aspekte in den Masterplan einzubringen.
- Kritik & Forderungen:
- Erhalt von Freiflächen: Es gibt kritische Stimmen, die den „verwunschenen“ Charakter, etwa im Bereich Westkreuz, bewahren wollen und sich gegen eine vollständige „Entseelung“ durch zu dichte Bebauung aussprechen.
- Barrierewirkung: Kritiker weisen darauf hin, dass die Schienen- und Straßenverkehrsbarrieren (AVUS/ICC) eher trennend wirken und eine Vernetzung von Grünräumen erschweren.
- Klimaschutz: Im Rahmen des Dialogs wird gefordert, dass der Klimaschutz und die Schaffung von Grünverbindungen eine zentrale Rolle im Masterplan spielen müssen.
- Wettbewerbliche Ansätze: Die am Dialog teilnehmenden Teams (z.B. De Zwarte Hond mit RMP Stephan Lenzen) präsentierten Pläne, die neue Grünverbindungen und „Stadtfelder“ vorsehen, um die Bebauung in die Landschaft einzupassen.
- Perspektive: Der Prozess soll eine „Vision 2040 plus“ entwickeln, die ökologische Stadtplanung und urbane Nutzung (gemeinwohlorientiertes Wohnen) verbindet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Naturschutz als wichtiger Punkt in den Dialogprozess eingebracht wird (u.a. durch die BLN), während Initiativen fordern, die vorhandenen Biotope und Grünstrukturen am Westkreuz als Teil des neuen Stadtquartiers zu erhalten, statt sie zu überbauen.
- Wettbewerblicher Dialog Stadteingang West | Berliner …09.02.2023 — September 2021. Öffentliche Auslegung (zusätzl. Informationen. Eingangsinfos. …
umwelt-beteiligung-berlin.de)
- Start des Masterplans für den Stadteingang West – BauNetz15.04.2024 — Warum läßt man der Stadt nicht … … ein paar ungeplante Landschaften? Für mich hat das ganze Gelände einschließlich des verwuns…
BauNetz
- Stadteingang West – Dialogphase II: ein erstes Resümee 08.09.2023 — Wenn man von einem „Stadteingang West“ sprechen will, dann würde dieser Begriff höchstens zum oberen Kudamm, ab dem Rathenauplatz
weiter gehts dazu:
Zentrale Kritikpunkte der Naturschutzverbände
Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN) sowie lokale Initiativen wie der WestkreuzPark e.V. haben sich kritisch zum Verfahren geäußert:
Mangelnde Beteiligung: Es wird kritisiert, dass Naturschutzverbände und betroffene Nutzer (z.B. Kleingärtner) weder offiziell angehört noch in das Empfehlungsgremium des Wettbewerbs aufgenommen wurden.
Verlust von Freiräumen: Kritiker bemängeln die „Entseelung“ märchenhafter, ungeplanter Landschaften zugunsten einer rationalen Überplanung.
Fokus auf Bebauung: Das Projekt wird als zu stark auf Wohnraum und gewerbliche Nutzung (Messeumfeld) fokussiert wahrgenommen, während der Erhalt von Kaltluftschneisen und ökologischen Trittsteinen als unzureichend berücksichtigt gilt.
Naturschutzfachliche Bedenken: Insbesondere der Bereich um das Westkreuz gilt als wertvolles Biotop, dessen Bebauung die Artenvielfalt und das Stadtklima gefährden könnte.
Lange Diskussionen und fehlende Landschqftsgestaltung unterliegen Architektenlaboren.. Avus, Messegelände, ICC sind vorbei – die Erweiterung Villen Kolonie Westend steht einer Gartenstadt Berlin an – Dubai Vermeiden!