Conrad Felixmüller: Tunnel und Brücken
Gastbeitrag: Detlef Petereit
- Zwei Fußgängertunnel
- Das Tunnelgleis
- Die Vereinshausbrücke
Unmittelbar neben der Rönnestraße verlief das stadtAUSwärts führende Gleis der Nordkurve. Egal, wo auch immer man von der Rönnestraße kommend in dem betrachteten Westkreuz-Areal hin möchte, muss man zumindest diese ehemalige Gleistrasse unterqueren, wobei die Schienen schon vor vielen Jahren abgetragen wurden.
Den ersten Tunnel erreichen wir schon wenige Meter nach dem Eingang auf der linken Seite. Dieser verhältnismäßig lang erscheinende Tunnel führt in den südlich der S-Bahntrasse zwischen Charlottenburg und Westkreuz gelegenen Bereich. Er unterquert also neben der schon erwähnten, stadtAUSwärts führenden Nordkurve auch die vier Gleise der S-Bahn zwischen Charlottenburg und dem Westkreuz; je zwei stadtAUSwärts und zum Ende des Tunnels zwei stadtEINwärts.
Diesen Tunnel – wie auch den Eingang von der Rönnestraße – mussten auch schon vor über 145 Jahren die Eisenbahner nutzen, wenn sie zur Arbeit in die „Charlottenburger Lokomotivstation“ gelangen wollten.
Interessant an diesem Tunnel ist, dass zum Ende hin von links kommend ein weiterer Tunnel die letzten Meter quasi parallel verläuft. Nun ja, heute nicht mehr. Er wurde bei den Gleiserneuerungen der S-Bahn-Gleise zwischen 2001 und 2004 zugeschüttet. Es handelt sich dabei um den Tunnel für das seinerzeit stadtAUSwärts führende Gleis der Südkurve. Wir nennen es weiter unten auf dieser Seite Tunnelgleis mit einer wechselhaften Geschichte.
Wenn wir an dieser Stelle nicht links abbiegen, gelangen wir am Ende des Weges in den nördlich der S-Bahntrasse gelegenen Bereich. Aber auch hier müssen wir wenigstens die schon seit 1945 nicht mehr benutze stadtAUSwärts führenden Nordkurve unterqueren.
Deutlich ist rechts der sehr kurze Fußgängertunnel (in unseren Abbildungen mit „ T “ gekennzeichnet) zu erkennen, den alle Besucher, von der Rönnestraße kommend, auf dem Weg in den nördlichen Teil der Kleingärten, z.B. zum urban gardenig oder zum ehemaligen Vereinshaus durchqueren müssen.

Sie sollten diesen Tunnel noch einmal besuchen. Er wird schon bald im Zuge des Bauvorhabens „Neubau 2. Zugang (PÜ) inkl. nördliche Zuwegung am S-Bf. Berlin-Westkreuz“ abgerissen und durch den neu errichteten Weg ersetzt werden.
Darüber hinaus gibt es lediglich noch eine unspektakuläre Unterführung der Fernbahngleise, parallel zur Ringbahn zwischen den Bahnhöfen Westkreuz und Halensee. Diese erreicht man im südlichen Teil des Areals nach Passieren des Westkreuzbahnhofes auf dem Weg zum Aldi-Ausgang in der Nähe der Ringbahnstraße. Leider ist die Durchgangsbreite für einen mögliche Fuß-/Radweg Durchquerung in südlicher Richtung nach Halensee bei weitem nicht ausreichend.
| Im Gemälde von Conrad Felixmüller ist der Tunnelausgang, den die Eisenbahner auf ihrem Weg von der Rönnestraße zur Arbeit nutzten, nur schwach (dunkleres Blau unterhalb der „ 9 “) zu erkennen. In diesem Bildausschnitt finden wir auch für einen Maler der „Neuen Sachlichkeit“, zu denen Felixmüller gehört eine interessante Besonderheit: Das Weglassen – sogar wichtiger Elemente. | ![]() |
Es hat den Anschein, als befinde sich der ganze Bereich links neben dem Tunnelausgang – der Brückenaufgang „ 7 “, die Brückenpfeiler, die gesamte Fläche bis hin zur links hinter dem Gebäude (Rundlokschuppen) verschwidenden S-Bahn – auf einer Ebene. Tatsächlich ist das aber ganz und gar nicht so.
Unmittelbar links neben dem Tunnelausgang „ 9 “ kommt zu jener Zeit das stadtAUSwärts führende Gleis der S-Bahn-Südkurve ebenfalls aus einem Tunnel, der – genau wie der Fußgängertunnel – die Gleise der Stadtbahn auf Ebene der benachbarten Rönnestraße unterquerte. Der weitere Verlauf der stadtAUSwärts früheren S-Bahn-Südkurve deckt sich (unter Berücksichtigung der perspektivischen Verzeichnung) mit dem Verlauf der Brücke „ 7 “ ⇒ wird also quasi bei – sehr wohlwollender Betrachtung – von ihr verdeckt.
Das Weglassen dieses nicht unwesentlichen Details ist für einen Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“ schon sehr bemerkenswert. Wir werden im weiteren Verlauf der Betrachtung dieses Gemäldes noch an einer anderen Stelle das Weglassen eines nicht unwesentlichen Details bemerken und diskutieren. Wir sind der Meinung, dass der Künstler dort – wie vermutlich auch hier – zu der Überzeugung gekommen ist, dass die detailgetreue Abbildung (ein Merkmal der „Neuen Sachlichkeit“) das Auge des Betrachters an dieser Stelle verwirren könnte.
Dies um so mehr, als der Künstler hier auf der stadtEINwärts führenden Südkurve, unmittelbar am Rundlokschuppen entlang, die herannahende S-Bahn sehr groß im Verhältnis zu den benachbarten Güterwagons darstellte und damit besonders hervor hebt. Unterhalb der hölzernen Fußgängerbrücke für die Eisenbahner „ 7 “ ist sie an einer zentralen Stelle im Bild positioniert. Verstärkt wird dieser Effekt auch noch dadurch, dass Conrad Felixmüller die S-Bahn nahezu direkt auf uns zufahren lässt.
Das zugehörige und auch schon zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildes vorhandene stadtAUSwärts führende Gleis der Südkurve kommt tatsächlich erst unmittelbar neben dem Fußgängertunnel „ 9 “ nach dem Unterqueren der Gleise im Vordergrund „aus dem Boden“. Kurz vor dem Erscheinen verlaufen unter der Erde S-Bahn- und Fußgängertunnel sogar nahezu parallel, bevor eine Treppe für Fußgänger am Ende des Tunnels nach rechts zum Aufstieg abbiegt.
Nicht zuletzt wegen der starken perspektivischen Verzerrung – der dadurch deutlich verstärkten „Kurve“ jener in Wirklichkeit hier noch fast gerade verlaufenden Gleise in Richtung Westkreuz – lassen eine korrektere Darstellung nicht zu. Daher darf vermutet werden, dass sich der Maler hier – wie auch in dem anderen Beispiel – aus Gründen der Übersichtlichkeit für das komplette Weglassen dieses zusätzlichen Gleises entschieden hat. Uns hat es jedoch anfangs verwirrt, da es unüblich für einen Maler der „Neuen Sachlickeit“ ist. Daher haben wir uns erst nach mehrfachen Anfragen und Hinweisen durch Besucher unserer Führungen und auch auf der Webseite entschieden, diese Interpretation für das fehlende „Tunnelgleis“ hier aufzunehmen.
Dieses Gleis nenne ich gern „Tunnelgleis“, weil es das einzige Gleis auf dem ganzen Gelände ist, das tatsächlich durch einen Tunnel führt. Es ist auch dadurch etwas Besonderes, da es gleich dreimal andere Gleise unterquert, einmal hier am Punkt „ 9 “ durch den Tunnel, dann im weiteren Verlauf zweimal durch eine einfache Unterführung unter einer Brücke. Das ist einmal die Brücke an unserem PhotoPoint „ P “ und auf der dort anderen Brückenseite noch einmal durch eine Brücke unter den Fernbahngleisen.
Zwar ist das stadtAUSwärts führende Gleis in seiner gesamten Länge schon vor vielen Jahren abgerissen worden und nicht mehr zu sehen. Es verlief aber in diesem Bereich parallel zum stadtEINwärts führenden Gleis – wie auch alte Karten belegen.
Der Tunnel selbst wurde erst zwischen 2001 und 2004 bei Erneuerung der Gleise zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg und Westkreuz zugeschüttet.

Die unterquerende Gleisein- und -ausfahrt ist links auf dem Luftbildausschnitt von 1954 deutlich zu erkennen.
Auch im darunter dargestellten Ausschnitt des Gleisplanes von 1977 ist das stadtAUSwärts führende Gleis der S-Bahn-Südkurve eingezeichnet und wurde zu dieser Zeit auch genutzt. Es wurde zwar durch den Ringschluss und den Bau des Westkreuzes nicht mehr benötigt und abgerissen, dann aber wieder aufgebaut. Dazu weiter unten »mehr«.
Diese zweite Ebene des unterquerenden Gleisbettes können Sie auch heute noch erkennen, wenn sie aus dem Tunnel „ 9 “ kommend auf die linke Seite durch den Zaun in die hier stark abfallenden Böschung blicken.
Nachfolgend habe ich zwei Luftaufnahmen (1928 und 2015) gegenüber gestellt. In der Aufnahme von 2015 ist auch heute noch der Verlauf des Tunnelgleises durch die Linie in der Baumvegetation sowie an Spuren der Tunneleinfahrt aus Richtung Charlottenburg zu erkennen.

In dem folgenden, stark vergrößerten, Ausschnitt einer Luftaufnahme von 1954 sind diese Elemente auch gut zu sehen. In diesem Bereich interessieren wir uns zur Zeit besonders für das mit „ A “ (links im Bild) gekennzeichnete und durch den Schatten (der einen Rückschluss auf die Höhe zulässt) leicht erkennbare Gebäude über dem Tunneleingang von der Rönnestraße. An dieser Stelle ist auch auf dem Plan von 1930 ein Gebäude eingezeichnet, ohne näher benannt zu sein. Auf dem Gemälde von Conrad Felixmüller ist es außerhalb des rechten Bildrandes nicht mehr enthalten.
Was befand sich hier?

Gilt AUCH bei der erscheinenden Vergrößerung durch Klick auf das Bild. ⟹ Norden oben »hier«.
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Dieses Tunnelgleis hat wohl die aufregendste und abwechslungsreichste Geschichte aller Gleise hier im Bereich hinter sich. Das hängt damit zusammen, dass die sogenannte Südringkurve von der Stadtbahn in den südlichen Teil der Ringbahn (Charlottenburg ⇔ Halensee) schon von Anfang an – also schon zu Zeiten, als die Züge hier noch von Dampflokomotiven gezogen wurden – eine große Bedeutung hatte. Der Bereich des Südrings zwischen Halensee und Innsbrucker Platz (sechs Stationen auf einer Länge von 4,4 km) hatte sich schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Wohngegend mit vielen finanziell besser gestellten Einwohnern entwickelt. Die Verbindung über die Stadt- und Ringbahn in die Berliner Innenstadt war in vielen Bereichen der südlichen Ringbahn schneller, als die Fahrt mit der seinerzeit noch von Pferden angetriebenen Straßenbahn.
Die heutige Linie U4 (zum Innsbrucker Platz, damals Linie B1) fuhr seit 1910 nur innerhalb der damals noch selbständigen Stadt Schöneberg. Der Bau der U3 (ehem. Linie A) mit Anschluss an den Heidelberger Platz begann erst 1910 und die U9 (ehem. Linie G) kam schrittweise erst ab 1961 hinzu (Anschluss an den Bundesplatz seit 1971).
Die Bedeutung der Südringkurve wird auch daran deutlich, dass sie tagsüber im Zehnminutentakt befahren wurde, zudem war hier der Anteil Reisender in der damaligen 2. Wagenklasse deutlich höher, als auf anderen Strecken (im Verhältnis zur Holzklasse, auch 3. Klasse genannt). Nach Eröffnung des Bahnhofs „Ausstellung“ (später „Westkreuz“) konnten Reisende zusätzlich auch dort zwischen Ringbahn und Stadtbahn umsteigen.
Nach dem Krieg wurde das „Tunnelgleis“ abgebaut, dagegen blieb das Gleis von Halensee nach Charlottenburg für Betriebsfahrten betriebsbereit. Um die begüterten Bewohner von Wilmersdorf wieder für die S-Bahn zu gewinnen (vermutlich auch wegen der bevorstehenden Konkurrenz durch die geplante U9) baute die damalige Eigentümerin, die DDR-Reichsbahn das abgebaute „Tunnelgleis“ wieder auf und nahm am 16.11.1958 erneut den durchgehenden S-Bahnverkehr auf der Südringkurve auf (Zuglauf Papestraße, jetzt „Südkreuz“ – Halensee – Charlottenburg – Mahlsdorf [im Ostsektor]); ab 31.05.1959 von Grünau [im Ostsektor] über Papestraße nach Mahlsdorf [im Ostsektor].
Am 13. August 1961 (Tag des Mauerbaus) wurde der Zugverkehr zwischen Ost- und Westberlin eingestellt. Jetzt fuhren die Züge auf der Südringkurve nur noch zwischen Köllnische Heide – Halensee – Charlottenburg – Zoo und später zeitweise bis zur Friedrichstraße.
Ab 16./17.09.1980, mit Beginn des Streiks der Reichsbahner in West-Berlin, gab es dann hier gar keinen Zugverkehr mehr. Dieser wurde auch nach Streikende auf der Südringkurve und dem gesamten Ring in West-Berlin nicht wieder aufgenommen. Die beiden Gleise der Südringkurve blieben liegen.
Das Gleis von Halensee nach Charlottenburg wurde mit der Übernahme der S-Bahn in West-Berlin von der Deutschen Reichsbahn durch die BVG am 09.01.1984, für Betriebsfahrten zum S-Bahnhof Papestraße (jetzt „Südkreuz“) genutzt.
Bereits im November 1987 entfiel im Bahnhof Charlottenburg die Weiche, über die bisher die Einfahrt in das stadtAUSwärts führende „Tunnelgleis“ möglich war.
Während 1989/90 anlässlich des Wiederaufbaus des Südringes das stadtEINwärts führende Gleis von Halensee nach Charlottenburg erneuert wurde, erfolgte der Abriss des stadtAUSwärts führenden Gleises sowie die Zuschüttung des Tunnels im Zuge der Erneuerung der S-Bahnstrecke zwischen Charlottenburg und Westkreuz in den Jahren 2001 bis 2004.
Es gibt derzeit leider nur noch eine Brücke, die wir auch bei unseren Führungen besuchen und überqueren werden. Das ist die Brücke an unserem PhotoPoint „ P “. Drei Gleise überquerten hier die „Südkurve“ der S-Bahn. Diese drei Gleise führten im weiteren Verlauf in Richtung Westen zu der im nächsten Absatz beschriebenen „Vereinshausbrücke“ und überquerten dort die vier Gleise der Stadtbahn. Zwar sind hier scheinbar alle Gleise bereits abgetragen, dennoch entdeckten wir vor einigen Jahren eine zugeschüttete und mit zwei Stufen überbaute Schiene des alten, stadteinwärts führenden Fern-/Güterbahngleises. Dieses Gleis hatte noch eine weitere Funktion: Es war die einzige Zu- und Ausfahrt in einen knapp 700 Meter langen Abstell- und Umschlagbereich [lesen Sie hier »mehr«].
Dazu und mehr erzähle ich Ihnen dort vor Ort – wenn Sie an einer unserer Führungen teilnehmen – während Sie einen herrlichen Blick auf das denkmalgeschützte ICC genießen oder zu beiden Seiten der Brücke das „Tunnelgleis“ inspizieren können.
Besonders möchte ich die bis Anfang der 2010er Jahr genutzte „Vereinshausbrücke“ erwähnen. Sie ist ein Überbleibsel der in dieser Flugzeugaufnahme mit „ P “ und X und „ 8 “ gekennzeichneten Nordkurve. Während die Gleise schon vor langer Zeit abgebaut wurden, blieb die Brücke noch bis 2023 erhalten. Die Aufnahme rechts wurde im August 2025 bei GoogleMaps abgerufen und zeigt den Zustand zwishen dem 26.05.2022 und Sommer 2023. Das linke Gleis ist bereits entfernt.

Die drei hier querenden Gleise wurden seit 1945 nicht mehr für den Bahnverkehr genutzt, die Schienen entfernt. Das linke, westliche und hier nicht mehr zu sehende Gleis, wurde schon sehr früh zur Fußgängerbrücke umgebaut. Es verband auf bequeme Weise den nördlichen und südlichen Teil der Kleingärten in der BahnLandwirtschaft und ermöglichte den Anliegern auf der Südseite einen kurzen und schnellen Weg zu ihrem Vereinsheim. Die Deutsche Bahn AG vernichtete schließlich die Möglichkeit der Überquerung.

Zunächst wurden in der ersten Hälfte der 2010er Jahre die Bohlen entfernt und nur dieses! Gleis notdürftig von beiden Seiten mit einem leicht zu überwindenden Drahtgestell abgesperrt. Dies wiederum annimierte nun Jugendlichen zu (vielleicht?) Mutproben, die Brücke ohne Bohlen und nur auf den Metallverstrebungen zu überqueren. Ich habe es selbst während einer Zugfahrt aus der S-Bahn heraus sehen können.
Das war natürlich ein unhaltbarer Zustand. Trotzdem wirkt die Aufschrift des Schildes am rechten, völlig unzureichend sichernden Absperrgitter [zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild] schon eher als Einladung, wenn da steht: DAS SPIELEN AUF DER BRÜCKE IST VERBOTEN!
ABER statt den Zugang vorübergehend sicher zu sperren, den Übergang zu warten und zu erhalten, riss man dieses als erstes der drei hier querenden Gleise am 26. Mai 2022 [Ersatzlink] einfach ab. Für die Kleingärtner wurde ein Umweg von einem knappen Kilometer durch den Tunnel an der Rönnestraße erforderlich.
Die verbleibenden zwei Gleise wurden im Jahr 2023 von der Deutschen Bahn AG abgerissen.
Im Zuge der Diskussionen, den reinen Umsteigebahnhof Westkreuz aus seiner Isolation gegenüber den umliegenden Wohnsiedlungen mittels eines kombinierten Fuß-/Radweges einer wenigstens Zuwegung (Rönnestraße, Dernburgstraße, aus meiner Sicht gern auch Holtzendorffstraße), besser noch Durchwegung mit zusätzlichem Anschluss an die Heilbronner Straße/Ringbahnstraße in Halensee, zu befreien, kam diese Brückenanlage wieder ins Gespräch der Bürger. Es wäre machbar und überaus nachhaltiger gewesen, von hier aus Treppen und geneigte Ebenen für Fahrräder und barrierefreien Zugang zu den unteren Gleisen der S-Bahn zu legen. Stattdessen wurde von Anfang an eine neue Brücke geplant. Im Abschlussbericht mit Plänen zum Nutzungs- und Erschließungskonzept für das Westkreuz von Fugmann Janotta Partner [Ersatzlink] vom 06. Juli 2018 heißt es dazu auf Seite 27:
An der ehemaligen, historischen Vereinshausbrücke ist eine Fahrradabstellanlage vorgesehen. Ggf. könnten hier auch weitere Angebote wie eine Fahrrad-Ausleihstation und/oder eine Lademöglichkeit für Elektro-Fahrräder untergebracht werden (sog. „Mobility Hub“).
Ich persönlich bin heute davon überzeugt, dass davon rein GAR nichts realisiert wird. Hat denn tatsächlich niemand über Sicherheitsaspekte eines solchen Vorschlags nachgedacht?
Im Frühsommer 2023 wurden die querenden Brückenelemente entfernt. Der Abriss des nördlichen Brückenviadukts über die stadtAUSwärts führende S-Bahn nach Spandau erfolgte im Spätherbst 2024. Im Sommer 2025 ist nur noch das im Gemälde Conrad Felixmüllers mit „ 8 “ gekennzeichnete, südliche Brückenviadukt erhalten. Sichtbare Bauaktivitäten lassen erwarten, dass auch dieses möglicherweise schon zu unseren Führungen am Tag des offenen Denkmals® im September 2025 abgerissen sein könnte.
Wenn ich oben schrieb „Es gibt derzeit leider nur noch eine Brücke, die wir auch bei unseren Führungen besuchen und überqueren werden“ lässt es erahnen, dass es noch eine weitere Brücke gibt, die wir aber nicht besuchen werden. Die gibt es tatsächlich. Es ist jene Fußgängerbrücke vom ALDI an der Heilbronner Straße kommend, die parallel zu den dortigen Fernbahngleisen die stadtEINwärts führende S-Bahn Südkurve überquert. Diese Brücke wird – als einziger Zugang von Halensee ins Gelände – auch heute noch gewartet.
Zu den beiden folgenden, schon historischen Fotos jener Brücke werde ich bei Gelegenheit auch noch ein aktuelles hinzufügen. Gern können Sie uns aber auch ein solches Foto zusenden, da ich sehr selten dort in der Gegend bin.

Detlef Petereit
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