Natur und Denkmal – im Süden

Wir beschäftigen uns künftig nur noch mit dem am Ende des Bildlaufes grün markierten Bereich, der vom Berliner Senat im Berliner Flächennutzungsplan 4-16 (Westkreuz / Heilbronner Straße) bereits 2019 auf „Grün“ gestellt wurde.

Die Berliner Stadtbahn wurde 1872 von der „Deutsche Eisenbahnbaugesellschaft“ beantragt. Der Bau begann 1875. Nach drei Jahren wurde die Gesellschaft zahlungsunfähig. Das Königreich Preußen und weitere Gesellschafter übernahmen 1878 die Baukosten und den späteren Betrieb.

Das gesamte Gelände zwischen der heutigen S-Bahntrasse an der Rönnestraße (beides gab es zu jener Zeit noch nicht) und der Fernbahntrasse (an der heutigen Heilbronner Straße, die es auch noch nicht gab) wurde in mühevoller Arbeit um sechs Meter auf das Schienenniveau der über die Viadukte geführten Stadtbahn aufgeschüttet, also angehoben (in voriger Abbildung der obere grüne Bereich). Hier wurde die „Charlottenburger Lokomotivstation“ errichtet und 1882 eingeweiht.

Schon 1913 – während der Gründung erster Strukturen der ‚Eisenbahn-Kleinwirte‘ (schließlich am 26.11.1920 die Gründung des Hauptverbandes Deutscher Reichsbahn-Kleinwirte der Bahnlandwirtschaft“) – legten sich hier im Gebiet Eisenbahner auf für die Bahn ungenutztem Bahngelände Kleingärten an und besiedelten den Bereich, sowohl nördlich als auch südlich der heutigen S-Bahntrasse.

Nach Plänen der Senatsverwaltung wird nun der nördliche Teil für eine kleingärtnerische und Parknutzung vollends verloren gehen. Eine nach amerikanischem Vorbild imposante Skyline am „Stadteingang West“, die bei Anfahrt in die Berliner City über die A 115 (AVUS) das Bild prägen soll, stellt für viele Entscheidungsträger offenbar einen höheren Wert dar. Sie wollen die Fläche mit markanten Hochhäusern zupflastern, in deren Schluchten Raum und Ruhe für die Natur (und somit auch für den Menschen) keinen Platz mehr finden wird.
Dazu wurden vom Senat dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, der einen öffentlichen Park bei Erhaltung vieler Kleingärten anstrebte, weitgehend die Planungs- und Mitbestimmungsrechte entzogen.


Um so wichtiger ist der naturbelassene Erhalt eines Teils des ursprünglichen „WestkreuzPark!“. Gemeint ist jener südlich der S-Bahntrasse gelegenen, bereits 2019 im Berliner Flächennutzungsplan 4-16 (Westkreuz / Heilbronner Straße) auf „Grün“ gestellte Bereich. Ich nenne es zur Unterscheidung „Stein!Tal“. Diese Fläche sollte für Naturschutz, Erholung, Freizeit, Sport [im oberen Gebiet] und mehr erhalten bleiben und der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Dabei sollten auch einige wenige noch erhaltene Objekte jenes für die Entwicklung Berlins so wichtigen Gebietes im Sinne des Denkmalschutzes bewahrt werden. So zum Beispiel ein alter Hektometerstein aus jener Zeit.
Für den gesamten südlichen Teil gab es sogar schon einen öffentlich ausgelegten Bebauungsplan 4-66 [Ersatzlink], der aber dann durch das Bezirksamt resp. den Bezirksstadtrat Charlottenburg-Wilmersdorf nicht zur Beschlussfassung durch die BVV [Bezirksverordnetenversammlung / Bezirkstag] vorgelegt und somit offiziell (noch) nicht in Kraft gesetzt wurde.

Vorerst wird das auch nicht möglich sein, da dieses Gelände 2018 von der Deutschen Bundesbahn AG zu Baulandpreisen (über 6,5 Mio. €) an einen privaten Investor verkauft wurde, obwohl es bis heute noch nicht für den ausschließlichen Bahngebrauch entwidmet worden ist. „Grundsätzlich sollte die Entwidmung von Bahnanlagen in einem actus contrarius erfolgen“ [Quelle: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, »hier« Kap. 3.1., zur faktischen Entwidmung Kap. 3.3.].


Die negativen Effekte durch Zerstörung der west-östlichen Belüftungsschneise bei Hochhausbebauung nördlich der S-Bahntrasse werden – verlängert über den Tiergarten – bis weit in die Berliner Innenstadt (hin zum östlichen Prenzlauer Berg) spürbar sein und die Lebens- und Aufenthaltsqualität negativ beeinflussen. Das wird sich besonders an den schon jetzt zunehmend auftretenden und immer wärmer werdenden Hochsommertagen negativ auch auf die Gesundheit der dort lebenden Menschen auswirken.

West-östliche Luftschneise, verlängert durch den Tiergarten, die in die Innenstadt fließende Luft bei vorherrschendem Westwind. einbringt.

Wie zu befürchten war, sind auch bei diesem zweiten Beteiligungsverfahren (wie schon 2017/18 zur Durchwegung) die von Bürgern zu diesem Teil des WestkreuzPark!es – dem Stein!Tal – eingebrachten Vorschläge und daraus resultierenden Ergebnisse nicht aufgenommen worden. So diente auch dieser „Beteiligungsprozess“ lediglich – einem Sedativa gleich – der Beruhigung und Vertröstung der Bürger im Vorbereitungs- und Umbauprozess.
Ich kenne Leute, die haben deutlich derbere Worte für so etwas, z.B.:


Soweit es um den südlichen Teil des WestkreuzPark!-Areals – auch um das Stein!Tal – geht, jenen Bereich, der im Flächennutzungsplan auf „grün“ gestellt ist (und NUR in diesen Grenzen ist es möglich!) können Sie uns auch Anregungen, Vorschläge, Hinweise oder Kritik »per eMail« übermitteln, die wir gern in künftige Diskussionen einbringen.

Soweit es um den nördlichen Bereich des Westkreuz-Areals – und NUR um diesen – geht, diskutieren Sie gern »hier« auf unserer Webseite zu den Themen „Stadteingang West / Vision 2040+“ mit. Sie können uns auch Anregungen, Vorschläge, Hinweise und Kritik an jenem Konzept »per eMail« übermitteln.

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