Die Auseinandersetzung von GRÜN gegen BETON

die Fronten verlaufen im Bezirk auch innerhalb der Kleingärtnerschaft
Parallelen zur Bahn-Landwirtschaft am Westkreuz sind rein zufällig

Beitrag: Wolfgang Mahnke
Kleingärtner in Schmargendorf

Kolonie Mannheim vor dem Abriss?

Kampf um Stadtgrün in Schmargendorf

Der Bezirk Wilmersdorf hat noch vor der Jahrtausendwende einen Bebauungsplanentwurf erarbeitet, mit dem die „Kleingarten- und Heimstättengenossenschaft Mannheim e.G.“ zwischen Forckenbeckstraße und Friedrichshaller Straße statt als Wohngebiet nun als Dauergrün/Kleingärten ausgewiesen sollte.

Bei den Mannheimer Genossenschaftsmitgliedern trafen diese bezirklichen Bemühungen auf ein geteiltes Echo. Während ein Teil der Genoss*innen die Planung als Schritt zum ersehnten Dauergrün begrüßten, wandte sich der andere Teil strikt gegen eine Abkehr von der Wohnnutzung des geltenden Baunutzungsplans.

Diese Genoss*innen wollten sich die Möglichkeit offen halten, das der Genossenschaft gehörende Grundstück als Bauland zu verwerten. Eine solche Grundstücksverwertung widerspricht allerdings dem satzungsmäßig festgelegten Gegenstand der Genossenschaft, nämlich der „Förderung des nichterwerbsmäßigen Kleingarten- und Heimstättenbaus durch seine Mitglieder“.

Folgerichtig hat die „Immobilienverwerterfraktion“ mehrfach versucht, die Satzung zu ändern, die dafür erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit aber stets verfehlt.

Parallel zu diesen Auseinandersetzungen ist der Bezirk gegen übergroße Lauben vorgegangen, um die Bebauung wieder in Einklang mit dem Bundeskleingartenrecht zu bringen. In einigen Fällen hat der Bezirk hierzu auch gerichtliche Titel zur Vollstreckung des Rückbaus erwirkt.

Um den Dauerstreit auf all diesen Ebenen zu beenden, haben Bezirk und Genossenschaft 2023 Folgendes vereinbart:

  • Die Genossenschaft entscheidet sich bis Ende 2025, ob sie an der kleingärtnerischen Nutzung festhalten will,
  • Im Falle des Festhaltens an der kleingärtnerischen Nutzung wird der Bezirk diese Nutzung durch einen BPlan sichern. Gleichzeitig sind dann alle übergroßen Lauben zurückzubauen.
  • Findet die Genossenschaft in der gesetzten Frist keine Einigung, entscheidet der Bezirk über die künftige planerische Nutzung. Für den Fall, dass die kleingärtnerische Nutzung durch einen BPlan gesichert wird, verzichtet die Genossenschaft auf Entschädigungsansprüche, die etwaig aus der Umstufung von Wohnnutzung auf Grünfläche entstehen könnten.

Die derzeitige Situation (März 2026) ist Folgende:

Die Genossenschaft hat sich nicht auf eine Änderung der Satzung einigen können. Der Bezirk hat ihr eine Nachfrist bis 31. März 2026 eingeräumt.

Die Fraktion der Genossenschaftsmitglieder, die die kleingärtnerische Nutzung auf Dauer erhalten möchte, geht davon aus, dass auch diese Nachfrist ohne Ergebnis verstreicht, und ist nun in Sorge, dass der Bezirk seine wiedergewonnene Planungsfreiheit auch dazu nutzen könnte, eine Bebauung nach geltendem Baunutzungsplan oder darüber hinaus mit einem neuen Bebauungsplan zu verfolgen.

Um das zu verhindern, sammeln sie seit Februar 2026 Unterschriften für einen Einwohnerantrag, in dem die planungsrechtliche Sicherung für Dauerkleingärten verlangt wird.

Die Unterschriftensammlung wird noch einige Monate laufen. Wer sich dem Antrag anschließen möchte, kann das Unterschriftenformular hier abrufen.

Es geht noch einfacher, wenn die „Berlinovo“ darf:

Betongold für die Berlinovo: Kahlschlag in Wilmersdorf

Linksfraktion Charlottenburg-Wilmersdorf
Newsletter März 2026

Was passiert, wenn Profitgier auf ein Bezirksamt trifft, das wegschaut? Der Nachbarschaftsgarten KlimaInsel in Wilmersdorf ist Geschichte. Zwei Tage vor Ende der Fällfrist für die Bäume hat die landeseigene Berlinovo Fakten geschaffen und alles Grün platt gemacht. Wo Nachbar:innen sich getroffen und gegärtnert haben und Kinder etwas über die Umwelt lernen konnten, liegen jetzt nur noch Baumstümpfe. Kahlschlag für den Bau überteuerter Mikroapartments. Und das, obwohl berlinweit tausende Wohnungen und ehemalige Bürogebäude leer stehen. Während Berlin beim Klimaschutz große Reden schwingt, wird hier eine der letzten grünen Lungen des Kiezes geopfert. Absurd, denn erst Ende des letzten Jahres wurde das Klimaanpassungsgesetz auf den Weg gebracht. Wir sagen: Biotope statt Betongold! Wir brauchen bezahlbare Mieten und einen entschiedenen Kampf gegen Leerstand und Spekulation statt Luxusneubau auf Kosten der Natur! Weiterlesen

März 26, 2026

Schlagwörter: Bebauung, Kleingarten

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