Das war der Lange Tag der StadtNatur 2025

In diesem Jahr stand der Lange Tag der StadtNatur unter dem Motto:

Vielfalt erleben!

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern1 unserer Führungen für Ihr Interesse am WestkreuzPark! sowie Stein!Tal, Ihren Besuch und die vielen, interessanten Fragen. Ich hoffe, Sie sind mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen nach Hause gegangen.

Sie können Ihre Erinnerungen und Meinungen zu unseren Führungen gern hier unten als Kommentare hinterlassen.


In diesem Jahr waren die Führungen ganz besonders intensiv und auch für mich herausfordernd und interessant. Am Sonntag hatten wir mit Frau Ülker Radziwill eine erfahrene Politikerin des Berliner Abgeordnetenhauses zu Gast. Mit ihren vielfältigen Erfahrungen deckt sie ein breites Spektrum der uns hier besonders Stein!Tal bewegenden Themen ab (aktuell Ausschuss für Kultur, [bürgerschaftliches] Engagement und Demokratieförderung, Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz, Mitglied im Heimatverein Charlottenburg-Wilmersdorf e.V., um nur einige zu nennen; sie verfügt aus ihrer früheren Tätigkeit über Erfahrungen im Bereich Stadtentwicklung und kann als Tourismusfachwirtin sehr gut einschätzen, was Berlinerinnen und Berliner sowie deren Gäste von einem so interessanten Gebiet, wie wir es hier vorfinden, erwarten).

Eine weitere Herausforderung ergab sich, da wir aus terminlichen Gründen die Tour einfach umdrehten. Also das Beste diese mal nicht zum Schuss, sondern gleich am Anfang. Im Nachhinein betrachtet, fand ich das gar nicht so schlecht und überlege, es vielleicht künftig so beizubehalten.

Die erfreulicherweise stark angestiegene Zahl von Veranstaltungsangeboten der Stiftung Naturschutz Berlin zum Langen Tag der StadtNatur führte erwartungsgemäß zu einem Rückgang der Teilnehmenden-Zahlen der einzelnen Veranstaltungen. Während noch vor zwei Jahren (im vorigen Jahr 2024 konnte wegen der zeitgleich stattfindenden Europawahl von uns keine Führung stattfinden) die 60 uns von der Stiftung zur Verfügung gestellten AudioGuides für jeweils über 70 Teilnehmer nicht ausreichte, blieben in diesem Jahr sogar einige übrig. Gleichzeitig stieg die Zahl jener Teilnehmenden, die bereits vor Beginn der Veranstaltung ankündigten und darum baten, die Führung vorzeitig verlassen zu können, um noch rechtzeitig zur nächsten Veranstaltung des Langen Tages der StadtNatur wechseln zu können.

Besondere Aufmerksamkeit und auch Bedauern fanden unsere Ausführungen zu den hier anzutreffenden, seltenen Pflanzen Asplenium ruta-muraria (auch als Mauer-Streifenfarn, Mauerfarn oder Braunstieliger Streifenfarn [als Klassencharakterart]). Wir berichteten darüber. Mit großem Entsetzen mussten wir Anfang des Jahres feststellen, dass ein nicht unerheblicher Teil dieser Pflanzen einer unprofessionellen Reinigungsaktion an der Innenseite der Mauer hinter dem Eingang zum Opfer gefallen ist.

Das ist sehr bedauerlich. Wir werden unsererseits zusätzliche Informationstafeln anbringen, um den Restbestand besser zu schützen und hoffen, dass sich an den alten Stellen vielleicht doch noch wieder neue Pflanzen zeigen werden.
In den letzten, warmen Jahren haben die Farne ohnehin schon sehr gelitten, wie das Bild der größten, hier gefundenen Einzelpflanze rechts auch erahnen lässt.
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Leider gibt es auch Stimmen, die nicht ausschließen wollen, dass hier mit Vorsatz gehandelt wurde. Jene Mauer, am grünen Eingangstor beginnend, müsste nämlich bei der Einrichtung des kombinierten Fuß-/Radweges als Zuwegung zum S-Bahnhof Westkreuz (vgl. Abschlussbericht Nutzungs- und Erschließungskonzept für das Westkreuz vom 06. Juli 2018 [Ersatzlink]) weichen. Das Auftreten dieser seltenen Farne an dieser Stelle könnte entsprechende Baumaßnahmen – ähnlich wie schon früher in Hamburg oder Flensburg – erheblich verzögern.
Unser Vorschlag: Die ersten fünf bis sieben Meter der Mauer sollten erhalten bleiben und der neue Fuß-/Radweg erst danach auf diesen alten Weg geleitet werden. Das sollte ausreichen, da weiter hinten an der Mauer bislang noch keine Farne registriert wurden.

Ein weiteres Highlight war die Führung durch das Stein!Tal. Die Gäste waren von der urigen Natur mitten in der Berliner Großstadt, die sich seit Jahrzehnten weitgehend selbst überlassen ist, sehr beeindruckt. Besonderes Interesse fand unser Vorschlag, diesen Bereich über einen aufgeständerten Weg zugänglich zu machen, der einen maximalen Schutz der Natur ermöglicht und gleichzeitig einen barrierefreien Zugang – nach unseren Plänen sogar des gesamten Gebietes – realisiert. Hier kann das naturimmanente Prinzip des Wachsens und Werdens (rauschelndes Blätterdach über ehem. Bahnindustrieanlagen, von Baumstämmen überwachsene Schienen) bei gleichzeitigem Verfall (drei benachbarte, in unterschiedlichem Zerfallszustand vorgefundene, weit über hundert Jahre alte Prellböcke, von noch älteren Bahnschwellen begrenzt – übrigens ein Detail, dass ich bis dahin selbst noch gar nicht so richtig realisiert hatte und worauf mich erst ein Besucher aufmerksam machte) unmittelbar erlebt werden.

Den Abschluss bildete der Besuch bei einem Imker, der uns von seiner eigenen und der Arbeit seiner hunderttausenden Helferinnen erzählt. Interessenten konnten direkt vor Ort ein Glas Honig erwerben, um sich am heimischen Frühstückstisch an dieses Erlebnis zu erinnern.

Der Imker erklärt dazu:
Hier sieht man eine Bienenwabe mit Weiselzellen. In diesen länglichen Zellen ziehen die Bienen sich eine neue Königen heran. Die neue Königin wird mit einem speziellen Saft, dem Gelée Royal, von den Arbeiterinnen gefüttert und wird dadurch zur Königin. Wenn das Bienenvolk stark und groß ist oder zu wenig Platz hat, ist es bereit sich zu teilen und baut solche Weiselzellen.
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Nach gut zwei Stunden endete unsere reguläre Führung. Jedoch war das Interesse an der im April abgerissenen „Ringbahnbrücke“ so groß, dass sich viele von mir, quasi als „Zugabe“, noch durch den nördlichen Teil des ehem. geplanten WestkreuzPark!, führen ließen. Vorbei am ehem. Vereinshaus, dem sich anschließenden Bereich für urban gardenig, ging es hin zu jener Stelle, wo bereits jetzt viele Kleingärten abgerissen wurden, um Platz für die Baustelle zum Wiederaufbau der Brücke und den sich anschließenden Umbau des Autobahndreiecks Funkturm zu machen. So fanden nach knapp 3½ Stunden zwei Führungen ihren interessanten Abschluss, zwei Führungen, bei denen die Besucher jede Menge Vielfalt erleben! konnten.


Ich freue mich immer über einige Fotos von den Führungen. Schreiben Sie bitte dazu, ob sie nur für meinen privaten Gebrauch oder auch für eine Veröffentlichung hier auf der Webseite dienen sollen. Falls Sie sie für eine Veröffentlichung freigeben, fügen Sie bitte einen Namen oder Nickname/Bezeichnung bei, den ich hier auf der Webseite als Quelle/Urheber angeben kann. Senden Sie JavaScript is required.
Insbesondere freue ich mich dieses Mal über Fotos vom Bereich des Abrisses der „Ringbahnbrücke“, den wir im Anschluss an unsere reguläre Führung – quasi als Zugabe – auch noch besuchten; ich hatte es vorher selbst auch noch nicht gesehen. Wer mit dabei war weiß, warum ich dort keine Fotos mehr machen konnte …

Juni 17, 2025

Schlagwörter: Führung, Stadtnatur, Veranstaltung

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